Kurs setzen. Welt entdecken.

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Vor einigen Wochen war ich noch in Italien und erklärte die Feinheiten der italienischen Lebenskunst. Kaum hatte ich meinen letzten Espresso ausgetrunken, stand ich schon in Portugal und diskutierte mit Gästen darüber, ob Pastéis de Nata als Frühstück, Mittagessen oder Abendessen durchgehen. Dazwischen lagen unzählige Kilometer, Hotelzimmer und die Frage: „In welcher Stadt wache ich morgen eigentlich auf?“

Als Reisepiratin durfte ich in den letzten Wochen durch Italien, Portugal, Korsika, die Schweiz, Deutschland, Ungarn und das Burgenland streifen. Viele Regionen, viele Kulturen und viele Gelegenheiten, darüber zu staunen, wie unterschiedlich Menschen leben – und wie ähnlich sie sich gleichzeitig sind.

Meine Gäste fragen oft, welches Land mir am besten gefällt. Die ehrliche Antwort? Das, in dem ich gerade bin. Denn jede Reise hat ihren eigenen Zauber. Es sind nicht nur die berühmten Plätze und Sehenswürdigkeiten, die in Erinnerung bleiben. Es sind die Momente dazwischen: das spontane Lachen im Bus, der Kellner mit dem trockenen Humor, die Katze, die sich selbstverständlich mitten in meine Stadtführung setzt, oder der Gast, der nach drei Tagen überzeugt ist, dass er nun fließend Italienisch spricht, weil er „Grazie“ perfekt aussprechen kann.

Während andere Souvenirs sammeln, sammle ich Geschichten. Und genau deshalb liebe ich meinen Beruf. Als Reisepiratin darf ich Menschen an Orte bringen, die sie vielleicht schon lange sehen wollten. Noch schöner ist aber, wenn sie mit Erinnerungen nach Hause fahren, die sie nie geplant hatten.

Mein Sommer ist noch lange nicht vorbei. Der Koffer steht bereit, die Landkarte ruft, und irgendwo wartet schon die nächste Geschichte darauf, erzählt zu werden. Ich freue mich darauf, sie gemeinsam mit meinen Gästen zu erleben.

Ahoi und bis zur nächsten Reise!